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Abriss verhindern – Umfeld eines autistischen Kindes bewahren

Vor kurzem bin ich auf einen Bürgerantrag aufmerksam geworden. Es handelt sich hierbei um den Abriss von Mietshäusern zugunsten von Luxuswohnungen. Den sechs Mietparteien, die zum Teil schon über 50 Jahre dort leben, wurde vor ein paar Wochen gedroht zügig auszuziehen und dem Bauvorhaben nicht im Weg zu stehen. Kommen sie dieser Aufforderung nicht nach, werde kein Umzugsgeld gezahlt und der Mietvertrag fristlos gekündigt.
 
Adäquate Wohnungsangebote kann der Vermieter, VEBOWAG, nicht anbieten. Nachweislich haben sich die Mieter eigenständig um Alternativen bemüht – ohne Erfolg, denn das fatale ist, dass es sich bei den Mietern unter anderem um eine alleinerziehende Mutter, Lehrerin, mit einem schwer behinderten autistischen Kind handelt. Dieses Kind kann man nicht einfach ”verpflanzen”! Der Spagat zwischen Pflege und Berufstätigkeit kann letztendlich nur durch das ausgezeichnete Nachbarschaftsverhältnis bewältigt werden. Die weiteren Mieter, eine Sprchtherapeutin in einer integrativen Einrichtung mit einem Oberstufenkind zwei Jahre vor dem G8-Abitur, eine junge, geringverdienende Familie mit Grundschulkindern, eine Rentnerin und ein Rentner, sind aus den unterschiedlichsten Gründen (Schule, Ärzte, Beruf, soziales Umfeld) angewiesen in diesem Gebiet zu bleiben.
 
Der Vorsitzende des Mieterbundes (Bonn, Rhein-Sieg und Ahr) Bernhard von Grünberg, MdL (SPD), unterstützt die Mieterinnen und Mieter in seinem Schreiben an den Vorsitzenden der Vebowag. 
 
Mir ist es wichtig, sich auch in die Diskussion einzuschalten und Stacheln zeigen! Diesen Abriss zugunsten von Luxuswohnraum MÜSSEN wir gemeinsam verhindern. Auf www.buergerschrei.de findet ihr weitere Infos und dort habt ihr auch die Möglichkeit euch mithilfe der
Online-Unterschriftenaktion solidarisch zu zeigen.
 
Grasgrünen Gruß
Julian

Hier geht es zur Online-Unterschriftenaktion

Kategorie: Allgemein  Schlagworte:  5 Kommentare

Dortmund stellt sich quer

Dortmund stellt sich quer – Naziaufmarsch von Gegendemonstranten erfolgreich behindert

 

Am Samstag den 4. September 2010 wollten wie jedes Jahr ein paar hundert Nazis unter dem Motto „Nie wieder Krieg, nach unserem Sieg“, durch Dortmund marschieren. Sie missbrauchen dazu den Antikriegstag, denn am 1. September 1939 begannen die Nazis den 2. Weltkrieg mit dem Überfall auf Polen.

Der Aufmarsch wurde zwei Tage vorher aufgrund eines Sprengstofffundes bei einem bekannten Neonazi, der Kontakt zu den Organisatoren des Aufmarsches hatte, verboten.

Jedoch kippte das Bundesverfassungsgericht dieses Verbot Stunden bevor der Aufmarsch beginnen sollte.

Damit hatten die Organisatoren der Gegeninitiativen gerechnet und weiter mobilisiert. Rund 15000 Antifaschistinnen und Antifaschisten demonstrierten am Samstag friedlich gegen den Naziaufmarsch. Auf mehreren Gegenkundgebungen in ganz Dortmund gaben sie zu verstehen, dass braunes Gedankengut weder hier noch in einem anderen Ort auf der Erde geduldet wird. Durch zahlreich Blockaden schafften sie es die Anreise der Nazis zu verzögern und das Teilnehmen einiger hundert an der Nazikundgebung zu verhindern, die auch aufgrund der Massenblockaden, nur auf einem P&R Parkplatz am Hafen stattfinden konnte.