Sind wir eigentlich demokratisch?

Die GRÜNE JUGEND definiert sich als basisdemokratischer Verband. Ist sie auch einer?

Auf den ersten Blick läuft alles demokratisch ab. Anträge werden gestellt und von der Basis beschlossen. Diese Anträge können alle stellen. Eigenständig, in Arbeitsgruppen (z.B. in Fachforen oder Landesarbeitskreisen) oder in der Basisgruppe. Es werden Workshops und Seminare organisiert zur Bildung und Förderung der Partizipation. Seit Neuestem kümmert sich die Selbstverständnisgruppe (SVG) um die Transparenz unserer Beschlüsse. Posten werden demokratisch gewählt und wie in unserem Politiksystem wählen wir VertreterInnen für uns selbst. Das Prinzip der Demokratie ist also schwer zu bestreiten. Aber reicht das?

Die alten Hasen stellen die inhaltlichen Anträge

In einer Demokratie sollte der Anspruch an Partizipation im Mittelpunkt stehen. Leider stellen aber auf dem BuKo allen voran der BuVo oder andere alte Hasen die inhaltlichen Anträge. Genauso sieht es bei den Debatten am Redepult aus. Das liegt z.B. daran, dass es auf dem BuKo kein Forum gibt, wo sich alles um die Vorbereitung der Anträge dreht. Doch diese sind ungemein wichtig. Sie definieren unser Selbstverständnis. Da sollte doch jedeR dran partizipieren! In Niedersachsen wurde bereits erprobt, eine Zeit einzuführen, in der es ausschließlich um die Besprechung der Anträge geht: Zunächst inhaltliche Nachfragen klären, anschließend Diskussionen in Kleingruppen. Bei den anschließenden Pro/Contra-Debatten gab es sogleich viel mehr Leute, die sich beteiligt haben!

Ein weiterer Punkt sind Seminare und Workshops, bei denen die Organisation zu wünschen übrig lässt. Denn sie sind mit unserem Konzept von Bildung oft nicht vereinbar. Bei einem üblichen Seminar kommt einE ReferentIn und erzählt. Oft auch einfach mal ganze drei Stunden. Hinterher darf man fragen und diskutieren, Pause machen und weiter. Kaum etwas anderes als der von uns verschmähte Frontalunterricht! Unser Selbstverständnis von Bildung dagegen: Eigenständiges Arbeiten, rhythmisches Lernen (Abwechslung von körperlichen, geistigen und kreativen Lernprozessen), Gruppenarbeit, ganz abgefahrene moderne Pädagogik. Wir könnten dazu beispielsweise ein Team einrichten, dessen Mitglieder didaktische Methoden erarbeiten und eine Empfehlung für SeminarleiterInnen erstellen bzw. als AnsprechpartnerInnen für diese dienen.

Es bleibt also noch Arbeit für uns, bis wir unser Verständnis von Demokratie in den eigenen Reihen umgesetzt haben.

Gwendolyn Buttersack

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