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Seit kurzem sitzen zwei Mitglieder der Grünen Jugend Königswinter als Sachkundige Bürger im Rathaus. Sachkundige Bürger werden von den jeweiligen Fraktionen bestimmt. In unserem Fall sitzen Sven und Julian für, jetzt wird es spannend, die Grünen in Ausschüssen. Ausschüsse tagen ein paar Mal im Jahr. Es erfordert aber auch, wie der Name grob vermuten lässt, einiges an Recherche und Engagement, um mitreden zu können. Zum Glück gibt es viele verschiedene öffentlich zugängliche Quellen und die Stadtverwaltung unterstützt zudem mit Informationsmaterial.

§58 Zusammensetzung der Ausschüsse und ihr Verfahren

(3) Zu Mitgliedern der Ausschüsse, mit Ausnahme der in § 59 vorgesehenen Ausschüsse, können neben Ratsmitgliedern auch sachkundige Bürger, die dem Rat angehören können, bestellt werden. Zur Übernahme der Tätigkeit als sachkundiger Bürger ist niemand verpflichtet. Die Zahl der sachkundigen Bürger darf die Zahl der Ratsmitglieder in den einzelnen Ausschüssen nicht erreichen. Die Ausschüsse sind nur beschlußfähig, wenn die Zahl der anwesenden Ratsmitglieder die Zahl der anwesenden sachkundigen Bürger übersteigt. Sie gelten auch insoweit als beschlußfähig, solange ihre Beschlußunfähigkeit nicht festgestellt ist. Die Ausschüsse können Vertreter derjenigen Bevölkerungsgruppen, die von ihrer Entscheidung vorwiegend betroffen werden und Sachverständige zu den Beratungen zuziehen.

 Sven Richter, 22 Jahre, mischt von nun an im Ausschuss für Soziales, Generation und Integration mit. Außerdem ist er im Sportausschuss tätig. Sven erhofft sich von den neuen Aufgaben, politische Erfahrung zu sammeln und aktiv an der Gestaltung der Sportmöglichkeiten mitzuwirken. Das Königswinterer Schwimmbad liegt ihm besonders am Herzen. Er fordert mehr Toleranz in unserer Gesellschaft. “Gerade in der Altstadt, dort wohne ich, höre ich oft Pauschalisierungen, wie ´Die Rentner`, ´Die Türken` oder auch ´Die Jugendlichen`. Es ist ein weiter Weg, doch wir müssen ein neues Miteinander wagen.”

Julian Heinen, 18 Jahre,  gehört dem Unterausschuss “Jugendförderung” an. Dort wird über die verschiedenen Partizipationsmöglichkeiten für Jugendliche debattiert. Es gibt verschiedene Formen, Jugendlichen und Kindern politische Teilhabe zu ermöglichen. Die offene Beteiligungsform ermöglicht, dass alle jungen Menschen ihre Meinung zu bestimmten Themen und Vorhaben äußern und den Entscheidungsprozess mitgestalten können. Das geschieht auf so genannten Jugendhearings, oder auch Jugendforen. Dort versammeln sich die Jungbürger und diskutieren. Es ist üblich, dass auch der Bürgermeister und andere Vertreter der Stadt anwesend sind und direkt Stellung zu den Meinungen der Jugend nehmen. Eine weitere Form der Beteiligung ist die projektorientierte Teilhabe. Hierbei haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, ein bestimmtes Projekt mitzugestalten. Zum Beispiel bei der Planung eines Skaterparks oder eines neuen Spielplatzes. Das Gute an diesem Typus ist ganz klar die zielgerichtete Arbeit. Die Kinder und Jugendlichen sehen, was ihr Einsatz gebracht hat, wenn sie auf der neuen Schaukel die Wolken zu berühren versuchen oder abends mit Freunden an der neuen Pipe chillen.. Es gibt aber auch eher steife Formen der Beteiligung. Das Jugendparlament, zum Beispiel, wird von allen jungen Leuten aus der Region gewählt. Es ähnelt einem Stadtrat. Die Jungvertreter haben ebenfalls Sitzungen und Ausschüsse, in denen diskutiert und verhandelt wird. Ganz wichtig bei der parlamentarischen Partizipationsform ist, dass es kind- und jugendgerecht bleibt.                                                   

 ”Ich habe mich für genau diesen Ausschuss beworben, denn Jugendteilhabe ist ein Thema, bei dem ich mitreden kann. Gerade in einem Gremium, das sich mit Jugendförderung befasst, ist es wichtig, dass sich junge Menschen einbringen und ihre Sicht, die Sicht eines Jugendlichen schildern.”, so Julian.

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